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Verarbeitung von Schurwolle – von der Wollfaser zur Bettdecke

Die Verarbeitung von Schurwolle ist eine jahrtausendealte Tradition. Schurwolle gilt seit Jahrtausenden als eine der besten Naturfasern für Bettwaren. Sie verbindet Wärme, Feuchtigkeitsregulierung und Komfort in einer Weise, die synthetische Materialien oft nicht erreichen. Doch wie kommt die Wolle vom lebenden Schaf über das Rohvlies bis zur fertigen Bettdecke? Welche Qualitätsschritte gibt es? Dieser Text führt Sie durch alle wichtigen Stationen – und zeigt auf, worauf Sie beim Kauf und der Pflege Ihrer Wollbettdecke achten sollten.

Ein Strang Wolle bei der Verarbeitung von Schurwolle


Was sind Wollfasern?

Wollfasern sind die einzelnen kleinen Härchen vom Schafsfell. Wie bei der Baumwolle bestimmt man die Qualität der Faser über die durchschnittliche Feinheit und Länge der Faser. Je feiner und länger sie sind, umso edler kann das Endprodukt verarbeitet werden. Die einzelnen Schafsrassen (z. B. Merino und herkömmliche Rassen) unterscheiden sich hierbei.

  • Faserlänge: längere Fasern tragen zu Stabilität und Langlebigkeit bei.

  • Feinheit: feinere Fasern sind weicher, angenehmer auf der Haut und haben ein edleres Gefühl.

  • Kräuselung bzw. Kräuselform: sorgt für Volumen und Isolationskraft durch eingeschlossene Luft.

Verarbeitung von Schurwolle – Schritt für Schritt

Die Wollproduktion ist ein aufwendiger Prozess. Die Verarbeitung von Schurwolle erfordert Erfahrung und Sorgfalt, damit aus dem natürlichen Rohstoff am Ende eine hochwertige Bettdecke entstehen kann.

Herstellung von Wolle beginnt mit der  Schur

Schur ist das alte Wort für rasieren und Scherer ist der entsprechende Berufsstand. Bei der Schur befreit der Scherer das Schaf von seinem Wollkleid. Das passiert bei den meisten Rassen einmal jährlich, manchmal auch häufiger.

Ein professioneller Scherer schert ca. 150 Schafe pro Tag. Innerhalb von ca. 4 Minuten ist das Schaffell vollkommen geschoren. Dabei kommt es durchaus auf Feingefühl an. Denn nur durch ein schonendes Scheren bleibt das Vlies unbeschädigt und erleidet keine Qualitätsverluste.

Wolle wird im Eimer gewaschen


Das Sortieren der Wolle nach der Schur

Der Schafscherer legt die schmutzigen Teile der Wolle zur Seite und behält ausschließlich die weiße Wolle. Die Wolle wird danach in großen Ballen auf eine traditionelle Waage gelegt und daraufhin nochmal von Hand selektiert.

Für den Einkäufer sind Eigenschaften wie Farbe, Faserlänge, Feinheit, Kräuselung und Schönheit sehr wichtig.

Vorbereitung der Wollproduktion – die Wäsche

Die ausgewählte, „fette Wolle“ wird in die Wäscherei gebracht und von Fremdstoffen wie Schmutz, Pflanzenresten, Staub, Fett (Lanolin) und  manchmal auch mineralischen Verunreinigungen befreit. Bei der Wäsche kommt es vor allem auf die richtige Temperatur und einen leicht alkalischen bis neutralen pH-Wert an, um die Wolle nicht zu beschädigen.

Nach dem Waschen wird die Wolle getrocknet und zu einem „Wollboden geblasen“ damit sie mindestens 24 Stunden akklimatisieren kann.

Das sogenannte Kardieren oder Kämmen im Anschluss richtet die Fasern aus und löst Verfilzungen. Das ziel dabei ist, sehr parallele, lange Fasern zu gewinnen. Dies Schritt ist wichtig, um später ein gleichmäßiges Füllverhalten und Isolationsqualität zu erreichen.

Aus jedem Ballen Wolle wird eine Probe zum Qualitätstest ins Labor geschickt. Abschließend erhält jeder Wollballen eine eigene Nummer und wird für die Weiterverarbeitung im Atelier fertiggestellt.

Qualitätsmerkmale der Güte von Schurwolle

Für die Qualität der Schurwolle sind mehrere Kriterien entscheidend:

  • Feinheit (Micron-Zahl bei Merino)
  • Faserlänge
  • Kräuselung (Kräuselungsgrad, der Luft einschließen kann)
  • Reinheit (Anteil weißer Wolle, geringer Fremd-/Schmutzanteil)
  • Restfettgehalt (Lanolinanteil)
  • Herkunft und Haltung (z. B. Bio, mulesingfrei, Weidehaltung)
  • Nachhaltigkeit beim Waschprozess, Wasserverbrauch, Chemikalieneinsatz

Aus der Schurwolle wird ein Vlies

Aus den gekardeten Fasern wird im Anschluss ein Vlies geformt. Das Ziel dabei ist eine homogene Füllung ohne Knoten oder Klumpen. Das Atelier, das die Produktion von Wollbettdecken übernimmt, kombiniert anschließend die natürliche Kraft der Wolle mit der heutigen Produktionstechnik.

Reine Schurwolle ist wegen ihrer wohltuenden Wärme und der guten Atmungsaktivität beliebt. Das Lanolin (Wollwachs) unterstützt u.a. die Wundheilung und hält die Fasern flexibel und elastisch. Die angewandten Produktionstechniken sorgen dafür, dass das Vlies der Wolle geschmeidig ist und Sie dadurch die guten Eigenschaften der Wolle optimal genießen können.

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Verarbeitung von Schurwolle zur  Wollbettdecke

Die Auswahl der besten Schurwolle fängt schon vor der Schur an. Ein:e erfahrene:r Einkäufer:in weiß genau, von welcher Rasse, welcher Herde und welchem Lieferanten er oder sie die beste Wolle bekommt. Unsere Wollbettdecken werden beispielsweise primär mit der hochwertigen Schurwolle der Texelaer und Merino-Schafe gefüllt.

Wolle in Hülle und Fülle bei der Bettdeckenproduktion

Das Füllgewicht variiert je nach Wärmeklasse (Sommer, Übergang, Winter, Ganzjahresdecke).

In der Vergangenheit wurden Wollbettdecken aus Wollfilz hergestellt. Diese wurden abschließend lediglich mit einer einfachen Baumwollhüllen umwickelt und in den Handel gegeben. Diese Methode entspricht schon lange nicht mehr dem aktuellen Produktionsstandard.

Heute wird der Bezug oft aus Baumwolle (oft aus kontrolliert ökologischer Landwirtschaft) gefertigt. us einem Gramm moderner Baumwolle lassen sich im Gegensatz zu früher deutlich längere Garnrollen gewinnen.  Ein feiner Faden und eine dichte Webart erhöhen den Komfort und machen eine Bettdecke allergikerfreundlich. Durch den feineren Faden lassen sich in der Folge viel edlere und geschmeidigere Stoffe weben, welche sich hauchzart an Ihren Körper schmiegen. Extrem feine Hüllen wehren Hausstaubmilben und lassen zusätzlich allergene Partikel abperlen. 

Kombiniert man damit noch die Eigenschaften des Wollvlieses, dann ist es für die Milbe nicht nur extrem schwer, die Hülle zu durchqueren, sondern auch noch unangenehm, da dahinter keine Nahrung vorhanden ist.

Eine moderne Wollbettdecke von Hefel

Damit sich die Füllung nicht verschiebt und gleichmäßig verteilt bleibt, werden Decken oft in Kammern oder Karos genäht.

Abschließend werden die fertigen Decken hinsichtlich ihrer (Abmessung, Nähte, Füllgewicht etc.) und gegebenenfalls gekennzeichnet (z. B. Bio-Label, Herkunft, Pflegehinweise).

Von der Wollfaser zur Bettdecke in ausgewählten Ateliers

Jedes Atelier hat seine individuellen Erfahrungen, Prozesse, Stärken und Philosophien. Allen gemeinsam ist der Einsatz modernster Maschinen und Techniken, damit aus der Lamm- und Schurwolle hochwertige Produkte entstehen, welche eine optimale Nachtruhe garantieren.

Unsere Ateliers investieren viel, um kontinuierlich aus der Wolle das gewisse Etwas heraus zu kitzeln. So entwickelte TexelWool einen einzigartigen Nähprozess, Prolana legt höchsten Wert auf ökologische Standards und Hefel auf eine unübertroffene Verarbeitungsqualität.

Herstellungssysteme bei der Wollproduktion im Vergleich

System / Methodehandwerklich / traditionellindustriell / standardisiert
Sortierung und Selektion der Vliesstückeoft händisch, kleinere Chargen, hohe Ausschussratemaschinell unterstützt, größere Mengen, automatisierte Sortierung
Waschverfahrenlokale Wäschereien, manuelle KontrolleGroßwäschereien mit automatischen Scouring-Anlagen
Vliesbildungkleinere Werkstätten, oft in Europa / regionalz. T.  globalisierte Produktion, Großbetriebe
Feinheit und Garnwahl des BezugsBio-Bezug, feine Baumwolle, dichte WebungStandard Baumwolle, oft günstiger Webstärke
Nachhaltigkeit und TierwohlBio-Siegel, regional, gute HaltungsbedingungenAbhängig vom Anbieter; Preisdruck kann Qualität beeinflussen

Qualität hat ihren Preis – Kosten bei der Verarbeitung von Schurwolle

Bei der hochwertigen Verarbeitung von Schurwolle entstehen im Vergleich zur günstigen Massenproduktion höhere Kosten. Einflussfaktoren sind beispielsweise:

  • Herkunft und (artgerechte) Haltung der Schafe (Bio, regional, mulesingfrei)
  • Reinigung und das Waschverfahren (Wasser, Energie, sanfte Mittel)
  • Materialien des Bezugs (z. B. Bio-Baumwolle)
  • Arbeitsaufwand (Handarbeit, kleine Chargen)
  • Transport und Logistik (Schaf in Köperregionen, Wollmaschinen, Fertigung, Vertrieb)

Wie nachhaltig ist die Wollproduktion?

Grundsätzlich bietet die Herstellung von Wolle viele Möglichkeiten einer nachhaltigen Produktion. Wie umweltfreundlich eine Bettdecke am Ende jedoch wirklich ist, hängt von Faktoren wie Haltung, Waschverfahren und Zertifikaten ab.

  • Tierwohl: Haltung, Schur ohne Stress, mulesingfrei, Weidehaltung
  • Ökologische Waschverfahren: möglichst wenig aggressive Chemikalien, Wiederverwendung / Aufbereitung von Waschwasser, Energieeffizienz.
  • Regionale Produktion und kurze Transportwege reduziert CO₂-Emissionen und unterstützt die lokale Wertschöpfung
  • Zertifikate und Labels wie Bio, kbT / kbA, GOTS (für Bezugsstoffe), mulesingfrei sind wichtig 

Wollbettdecken aus hochwertiger Wollproduktion

Die Wollbettdecken aus unseren Ateliers überzeugen durch Qualität und Langlebigkeit. Sie profitieren von einem sehr guten Temperatur- und Feuchtigkeitsmanagement der Wolle als natürlichem Rohstoff genauso wie der hochwertigen Verarbeitung in unseren Ateliers, die traditionelle Handwerkskunst und modernste Technik perfekt kombinieren.  Überzeugen Sie sich von unseren Produktion und genießen Sie künftig einen gesunden Schlaf.

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